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130 Schulleiter tagen in Weingarten

Jeden einzelnen Schüler fördern und fordern

130 Schulleiter tagten an der Pädagogischen Hochschule Weingarten zum Thema individualisierter Unterricht

Weingarten – Erstmals fand an der Pädagogischen Hochschule Weingarten eine Schulleitertagung des Regierungspräsidiums Tübingen statt. Rund 130 Rektoren von Haupt-, Real- und Werkrealschulen sowie Fachberater und Vertreter der Staatlichen Seminare beschäftigten sich intensiv mit dem Thema „Individualisierter Unterricht“.

Rektorin Dr. Margret Ruep begrüßte die Teilnehmer aus dem gesamten Regierungsbezirk und betonte den wichtigen Auftrag der Schulen, Individualisierung, Differenzierung und Heterogenität ins Zentrum des Unterrichts zu stellen. „Es geht darum, dass wir jeden einzelnen Schüler so gut wie möglich fördern und fordern.“

Die Leiterin der Abteilung Schule und Bildung beim Regierungspräsidium Tübingen Dr. Susanne Pacher freute sich, diese „landesweit einzigartige Veranstaltung“ gemeinsam mit der PH und den Staatlichen Schulämtern in Weingarten anbieten zu können. Sie betonte zugleich, dass das Hauptanliegen, die Individualisierung im Unterricht ein Generationenprojekt sei. Dazu sei es wichtig, Schulleiter miteinander zu vernetzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Fragen aus der Praxis an die Forscher zu stellen. Hierzu gab es insgesamt fünf Foren mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.

Wie die schulischen Rahmenbedingungen aussehen müssen und was Schulleiter dafür tun können, damit es den Lehrern besser gelingt, die sehr unterschiedlichen Biografien aller Schüler in den Blick zu nehmen, ihren unterschiedlichen Leistungen und Kompetenzen gerecht zu werden und jeden einzelnen Schüler als Individuum wahrzunehmen, darüber berichtete Professorin Dr. Katja Kansteiner-Schänzlin von der PH in einem Impulsreferat.

„Auf dem Weg vom lehrerzentrierten Unterricht zum schülerzentrierten Unterricht“ sei es unumgänglich, sich mit offenem Unterricht zu beschäftigen, so die Erziehungswissenschaftlerin. Projektunterricht, kooperatives Lernen, Wochenplanarbeit, Werkstattunterricht und Freiarbeit seien die Basis dafür. Jedoch sei dazu noch eine Menge Überzeugungsarbeit in den Lehrerkollegien zu leisten, räumte Katja Kansteiner-Schänzlin ein und gab auch gleich eine Reihe von hinweisen und Strategien, wie man das Lehrerkollegium auf diesen Kurs einschwören könnte.

Die Schulleitungen könnten ihrerseits neue Ressourcen verwenden, um Rahmenbedingungen für den individualisierten Unterricht zu schaffen, betonte die PH-Professorin. Beispielsweise könne man damit beginnen, die fünften Klassen von Beginn an nicht in Klassen, sondern in Lerngruppen einzuteilen. Statt Klassenzimmer gebe es dann Ateliers, zum Beispiel für Mathe und Kunst. Die Lehrer würden jeweils ein Atelier leiten und dort eine vorbereitete Lernumgebung schaffen. Andere Lehrer stünden als Springer zur Verfügung. Als Ergänzung zu den Lerngruppenphasen gebe es auch Phasen im Plenum.

Dass diese Herausforderung keine leichte ist, zeigte sich in der anschließenden Fragerunde, es ging um Widerstände der Eltern, um die Überzeugungsarbeit in den Lehrerkollegien und um Leistungsdruck durch die Werkrealschule. Aber es gibt auch bereits positive Erfahrung: „Ich möchte allen Mut machen zu offenem Unterricht“, sagte ein Rektor einer Grund- und Hauptschule.

 

 

Schulleitertagung

Foto: Susanne Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen will Schulleiter miteinander vernetzen um das Konzept des individualisierten Unterrichts weiter zu verbreiten.

 

Pressemitteilung vom 4. Oktober 2010



 
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