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Ein etwas anderer Schultag

Vier Studierende der Pädagogischen Hochschule Weingarten und Schüler der Realschule Ravensburg beschäftigten sich mit dem Thema „Raum erfahren“

Ravensburg – Es ist Mittwoch und eigentlich ein ganz normaler Schultag: Auf dem Grünstreifen bei der Realschule Ravensburg jedoch herrscht emsiges Treiben: An einem Baum entsteht aus Brettern und Handtuchrollen eine Hütte, ein Stück weiter oben lassen geschickt drapierte Kartonteile erkennen, dass hier eine gemütliche Behausung entsteht. „Das sieht ja wie ein Raumschiff aus“, kommentiert ein Spaziergänger die Verwandlung des Klettergerüsts, dem Realschüler mit Zeitungspapier und Goldfolie ein futuristisches Aussehen verliehen haben. Und der Sandplatz mit Klettergerät daneben wirkt aus der Entfernung wie ein glitzerndes Spiegelkabinett. Mit Palettenfolie und Draht haben Schüler ihn eingepackt und aus ihm ein faszinierendes Kunstwerk geschaffen.

„Die Schüler beschäftigen sich im Fach Kunst mit dem Thema ‚Wohnen/Raum erfahren’“, berichtet Kunstprofessor Dr. Martin Oswald von der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Im Rahmen ihres wöchentlichen Tages-Schulpraktikums haben die vier PH-Studierenden Tanja Pavlov, Josefin Kokot, Sadiye Koc und Christine Nold mit den Realschülern der Klassenstufe sieben in der zweiten Schuljahreshälfte im Unterricht mit Räumen experimentiert, mit unterschiedlichen Materialien Modelle geschaffen und den Projekttag vorbereitet. „Mit dem Bau dieser kreativen, lebensgroßen Wohn- und Schul-Raum-Modelle wollen wir auch auf die prekäre Raumsituation an vielen Schulen hinweisen“, sagt Klassenlehrerin Ilse Landa. „Schade, dass alles wieder abgebaut werden muss, wir fänden so ein Klassenzimmer im Grünen richtig toll“, sind sich vier Siebtklässler einig, die eifrig hämmern und kleben. „Gar nicht so einfach, das alles stabil zu halten“, stellen sie fest. Für das kreative Raum-Schaffen hatten die Schüler einige Bedingungen zu erfüllen: Das im Freien neu entstehende Klassenzimmer sollte einen Eingang und mindestens ein Fenster haben, Platz für alle Gruppenmitglieder bieten, stabil sein und durfte nur aus den erlaubten Materialien gebaut werden. „Alle vier Schülergruppen haben dies erfüllt“, so die PH-Studierenden. „Die intensiven Vorbereitungen haben sich ausgezahlt.“

Unterstützung für ihr Praktikumsprojekt erhielten die Studentinnen von der Firma Moosmann, die kostenlos Verpackungsmaterial zur Verfügung stellte, sowie vom „Praktiker“, der einen Nachlass auf Werkzeuge und andere Bau-Utensilien gewährte. „Alle Beteiligten haben durch dieses Projekt grundlegende Erfahrungen gemacht“, sagt Professor Dr. Oswald, der die Studierenden als Ansprechpartner und Ideengeber begleitet, und betrachtet mit Freude die vier entstandenen Raum-Objekte. Das Thema Architektur sei in der Kunst lange Zeit vernachlässigt worden. Das Projekt habe Schüler und Lehrer gleichermaßen dafür sensibilisiert.


PH Weingarten
Vier PH-Studierende und Schüler der Realschule Ravensburg beschäftigten sich bei einem Projekt im Rahmen des Kunstunterrichts mit dem Thema „Raum erfahren“. Bild: PH Weingarten

 


Pressemitteilung vom 4. August 2010




 
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