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Möglichkeiten zur Leseförderung in Hauptschulen

Öffentliche Projektpräsentation am 14. Juni 2010

 

Weingarten – Professor Dr. Jürgen Belgrad blickt stolz auf eine zweijährige Projektphase zur Leseförderung von Hauptschülern zurück. Mehr als 1800 Schüler haben  in diesem Schuljahr eine von ihm entwickelte, innovative Methode der Leseförderung getestet und durch regelmäßige Vorlesezeiten ihre Lesekompetenz ausgebaut. „70 Prozent der befragten Lehrkräfte konnten im Verlauf des Projektes positive Veränderungen feststellen“, erklärte Belgrad. So beeinflusse das regelmäßige Vorlesen im Unterricht die allgemeine Atmosphäre hinsichtlich Ruhe, Konzentration und einer entspannten Arbeitshaltung. Auch ein stetig steigendes Interesse am Vorlesen und an neuen Geschichten hätten Lehrer beobachten können. Aus Schülersicht sei die Art und Weise, wie ein Lehrer vorliest entscheidend. Wenn ein Lehrer gut betone, den Blickkontakt herstelle und verständlich lese, hätten über 90 Prozent der Jugendlichen entspannt zugehört und die Leseatmosphäre genossen.

 

Fast ein halbes Jahr lang haben über 80 Projektlehrkräfte mehrmals wöchentlich 10-15 Minuten aus Jugendbüchern und Kurzgeschichten vorgelesen. Einige von ihnen waren gezielt dafür durch den Sprechwissenschaftler Ralf Schünemann ausgebildet worden. Durch Befragungen, Interviews und Beobachtungen der Vorleseprozesse liegen nun zahlreiche Ergebnisse zur Leseförderung in Hauptschulen vor, die von Professor Belgrad und seinem Team ausgewertet werden. „Besonders interessant ist, dass sich die grundlegenden Lesefertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler durch regelmäßige Vorlesezeiten verbessern - unabhängig von ihrem Geschlecht oder von einem Migrationshintergrund“, hebt Belgrad hervor. Außerdem konnte festgestellt werden,  dass die Lesefertigkeit zunehme, wenn neutral vorgelesen und im Anschluss über das Gehörte gesprochen wird. Zu einer solchen „Anschlusskommunikation“ gehöre beispielsweise, dass lebenspraktische Bezüge hergestellt, Leerstellen der Texte mit eigenen Vorstellungen ausgefüllt und Verständnisprobleme gemeinsam geklärt werden. Weiterhin würden Schülerinnen Geschichten besser gefallen, wenn Vorleser geschult sind.

 

Um die Lesekompetenz und damit auch die Ausbildungsfähigkeit von Hauptschülern zu verbessern, werden die Forschungsergebnisse zeitnah veröffentlicht, entsprechende Lehrerfortbildungen angeboten und Unterrichtsmaterialien entwickelt.

 

Einen Überblick über die zentralen Ergebnisse des Projektes stellt Belgrad am Montag, 14. Juni, um 18 Uhr öffentlich im Festsaal der Pädagogischen Hochschule Weingarten vor. Im Anschluss findet außerdem eine Autorenbegegnung und Lesung mit Manfred Mai statt.

 

Autor: Dr. Volker Druba

 

Pressekontakt:

Arne Geertz

Telefon (0751) 501-8860

 

Pressemitteilung vom 2. 6. 2010



 
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