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Gleichstellungsbeauftragte als Qualitätsmerkmal

Gleichstellung ist wichtiges Qualitätsmerkmal

Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten an der Pädagogischen Hochschule

Weingarten – Der Bologna-Prozess ist nicht nur für viele Studierende ein umstrittenes Thema, auch die Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen des Landes haben sich genauer mit seinen Auswirkungen befasst. Sie trafen sich am 22. und 23. März zu einer Konferenz an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Wie verändert der Bologna-Prozess das Studienverhalten von Studentinnen? Gibt es zum Beispiel genügend Freiräume, um Studium und Kinderbetreuung zu vereinbaren? Bietet das verschulte Lehrsystem ausreichend Raum für innovative, interdisziplinäre Fragestellungen, die den Anforderungen und Ergebnissen der Geschlechterforschung gerecht werden können? Trägt das neue System dazu bei, dass mehr Männer Lehrer, mehr Frauen Ingenieurinnen werden? Die anstehenden Akkreditierungsprozesse müssten daher ein besonderes Augenmerk auf die möglichen geschlechtsspezifischen Auswirkungen legen und sollten über eine entsprechende Genderkompetenz verfügen, forderten die Gleichstellungsbeauftragten.

Die Gleichstellungsbeauftragten sehen sich gegenüber ihren Kolleginnen aus Bayern benachteiligt, denn sie hätten kein Stimmrecht in Berufungskommissionen und könnten somit weniger direkten Einfluss auf die Besetzung von Professuren nehmen. Die baden-württembergischen Gleichstellungsbeauftragten fordern daher mehr Mitspracherecht. Ihre Mitarbeit sei ein wesentlicher Faktor bei der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Hochschulen, sagte Professorin Dr. Marieluise Kliegel, die zusammen mit Andrea Wainczyk das Treffen organisiert hat. Massiv untermauert werde dies durch die gleichstellungsorientierten Qualitätsstandards, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Jahresbeginn fordert. Die Gleichstellungsbeauftragten zeigten sich daher zuversichtlich, denn: ohne Gleichstellung werde es bald keine Fördermittel mehr geben. Und wer möchte schon auf Forschungsmittel verzichten?

Sorge bereitete den Gleichstellungsbeauftragten auch die Zukunft des Schlieben-Lange Programms für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kind, das von massiven Streichungen bedroht wird. Mehrere hundert Wissenschaftlerinnen warten auf die Neuausschreibung, sie werden Monat für Monat vertröstet. „Es ist unfassbar, wie hier wissenschaftliche Potentiale auf der Wartebank gehalten werden. Wir brauchen ihre Talente dringend, eine baldige Ausschreibung ist daher aus meiner Sicht unabdingbar“, sagte Prof. Dr. Ingrid Hotz-Davies, die Sprecherin der LaKoG aus Stuttgart.

Foto:
Im historischen Ambiente des Schlossbaus der Pädagogischen Hochschule trafen sich die Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen des Landes um über aktuelle Probleme zu beraten.

 

Gleichstellungsbeauftragte

Pressemitteilung vom 22.04.2010



 
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