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Wirtschaft und Ethik gehören zusammen

Weingarten – Fachleute aus ganz Deutschland haben sich vom 1. bis 3. März an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten getroffen, um über Fragen im Zusammenhang mit Wirtschaft, Ethik und Bildung zu diskutieren. Eingeladen hatten die Deutsche Gesellschaft für ökonomische Bildung und das Zentrum für politisch-ökonomische und ethische Bildung der PH unter Federführung von Professor Dr. Jürgen Lackmann.

Dr. Margret Ruep, Rektorin der PH Weingarten, betonte in ihrer Begrüßung die außerordentliche Bedeutung, die die Beschäftigung mit der Ökonomie auch in der Lehrerbildung haben sollte. Dabei geht es ihr um eine globale Vision der Nachhaltigkeit und um die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen.

Dass die Wirtschaftslehre in Baden-Württemberg als Fach in der Lehrerausbildung an den Pädagogischen Hochschulen bereits verankert ist, begrüßte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung (DEGÖB) Professor Dr. Thomas Retzmann ausdrücklich. Die Wirtschaftstheorie setze das Leitbild des mündigen Bürgers voraus: „Ohne ökonomische Bildung wird man heute als Verbraucher kaum durchs Leben gehen können.“ Deshalb fordert Retzmann auch, die Wirtschaftslehre als eigenständiges Schulfach einzuführen.

Die aktuelle Wirtschaftskrise, eine Analyse der Ursachen und die Schlussfolgerungen daraus waren Thema des Eröffnungsvortrags von Professor Dr. Joachim Starbatty, Emeritus der Universität Tübingen und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft. Starbatty verteidigte die Theorie des Marktes und der unsichtbaren Hand von Adam Smith und stellte dar, dass die gegenwärtige Krise gerade durch Verstöße gegen die Basisregeln der Marktethik entstanden sei.

An erster Stelle nannte er die niedrigen Leitzinsen der US-Notenbank, die zur Entstehung der Immobilienblase beigetragen hätten. Wenn Geld zu billig sei, dürfe man sich nicht wundern, wenn es verschleudert werde oder in Spekulationsobjekte fließe. Ein weiteres großes Problem sieht Starbatty in der fehlenden Haftung. Die Immobilienkäufer in den USA seien nicht in ausreichendem Maße für ihre Schulden haftbar gewesen, ebenso wenig wie die Bankmanager für ihre risikofreudigen Investitionen. Die Orientierung an den Aktienkursen, die Boni-Systeme und damit die Fokussierung auf kurzfristige statt nachhaltige Erfolge hätten ein übriges dazu beigetragen. Dies seien Einladungen zu risikofreudigem Verhalten, englisch Moral Hazard, gewesen.
Als therapeutische Maßnahmen und um künftig derartige Exzesse zu verhindern, schlug Starbatty eine Rückbesinnung auf und eine Wiederherstellung der Regeln der Marktethik vor. Auch die Zentralbanken müssen sich diesen Regeln unterwerfen, so der Wirtschaftsexperte.

Verleihung des DEGÖB-Preises

Mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung wurde Professor Dr. Dirk Loerwald, Universität Kiel, auf der Tagung in Weingarten ausgezeichnet. Loerwald hatte über „Anreize als Erklärungs- und Steuerungsvariablen im deutschen Schulwesen. Eine problemorientierte Analyse aus ökonomischer Sicht“ an der Universität Münster promoviert. Mit dem Preis möchte die Gesellschaft die ökonomische Bildung fördern und besondere Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses honorieren. Er ist mit 1000 Euro dotiert und wird zur Hälfte von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft finanziert.

 

Pressemitteilung vom 04.03.2010



 
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