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Studentin kümmert sich um Fledermäuse in Not

Weingarten – Fledermäuse sind klein, süß und faszinierend. Sie sind ausgezeichnete Flugkünstler und orientieren sich mit Ultraschall selbst in der dunkelsten Höhle. Manchmal verirren sie sich allerdings in die Basilika, die sie vermutlich für eine solche Höhle halten.

Insbesondere im Spätsommer und Herbst sind täglich verirrte und völlig erschöpfte Flugkünstler in der Basilika zu finden. „Die Fledermäuse liegen auf dem Boden oder hängen an den Seitenaltären oder Wänden und haben keine Kraft mehr zu fliegen. Sie finden nicht mehr heraus und finden auch kein Wasser und keine Nahrung in der Basilika“, berichtet Julia-Cathrine Hänsel, Studentin an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, die sich die Rettung der kleinen Säuger zur Aufgabe gemacht hat.

„Ich päppel die Fledermäuse mit Wasser und Mehlkäferlarven auf. Die Schwächeren bekommen Welpenmilch und Vitaminpräparate. Meist kann ich sie nach zwei oder drei Tagen dann wieder in die Freiheit entlassen“, so die Fledermausschützerin. In der Schwärmzeit von Anfang August bis Mitte Oktober hat die Studentin schon mal bis zu 20 Fledermäusen daheim, was nicht immer nur für Begeisterung bei ihrem Freund sorgt. Die Versorgung der Fledermäuse ist sehr zeitaufwändig, weil sich die Fledermäuse an eine Handfütterung erst gewöhnen müssen und meistens sehr hungrig sind.

Doch die Lehramtsstudentin ist mit der Rettung einzelner Fledermäuse noch nicht zufrieden. Sie möchte ein Bewusstsein für die kleinen Flugtiere schaffen und Begeisterung für sie wecken. Deshalb hatte sie in den Sommerferien im Rahmen des Ferienprogramms ein Fledermaus-Projekt für Kinder von zehn bis zwölf Jahren angeboten.

13 Jungen und Mädchen befassten sich mit dem Thema Fledermäuse - den verschiedenen Arten, ihrer Biologie, ihren Lebensgewohnheiten, sowie der Tatsache, dass Fledermäuse vom Aussterben bedroht sind. Sie überlegten, wie sie den kleinen Nachtfliegern helfen können, bauten Fledermauskästen und legten ein Fledermausbeet mit nachtblühenden Pflanzen an, um den kleinen Säugern ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Insekten zu liefern. „Ich mache hier mit, weil ich Fledermäuse mag“, sagte der elfjährige Bastian Kirner. Er hatte schon in Wilhelmsdorf Fledermäuse gesehen und sich schon vorher mit den Flugtieren beschäftigt. Wie er waren auch alle anderen Kinder mit Begeisterung dabei.

Ihre Erfahrungen aus diesem Projekt hat Julia-Cathrine Hänsel zum Ausgangspunkt ihrer Abschlussarbeit an der Pädagogischen Hochschule gemacht. Wie kann ich den Gedanken des ökologischen Aspekts von Nachhaltigkeit Kindern am besten vermitteln, lautete dabei ihre Fragestellung.

Die Studentin möchte sich auch in Zukunft für die kleinen Nachtflieger engagieren und hat gerade eine Ausbildung zur Ehrenamtlichen Sachverständigen für Fledermausschutz absolviert. Im Moment gibt es für Sie übrigens eine Verschnaufpause. Die Fledermäuse sind im Winterschlaf. Wo genau sie diesen in Weingarten verbringen, ist nicht bekannt. Das wäre vielleicht ein Thema für eine weitere Abschlussarbeit.
fledermaus-gruppe

fledermaus

Pressemitteilung vom: 28.12.2009

 
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