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Vom Pädagogischen Institut zur Bildungswissenschaftlichen Universität?

Weingarten – 60 Jahre Pädagogische Hochschule Weingarten: Das war Anlass genug, um sich auf dem diesjährigen Hochschultag intensiv mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Lehrerbildung im allgemeinen und insbesondere auf dem Martinsberg zu beschäftigen. Zahlreiche Ehemalige, Lehrende, Studierende, externe Gäste und Freunde der Pädagogischen Hochschule Weingarten kamen dazu am Freitag, 20. November, an die PH.
Die Feier war auch Anlass, verdiente Lehrende der PH auszuzeichnen. So erhielt Professorin Dr. Elisabeth Rathgeb-Schnierer den Preis für ausgezeichnete Lehre der Kreissparkasse Ravensburg. Direktor Dr. Manfred Schöner sagte, die Kreissparkasse sei dem Gemeinwohl verpflichtet und möchte mit dem Preis hervorragende Leistungen und außergewöhnliche Projekte in der Lehre fördern. Mit der Einrichtung der Beratungsstelle für Kinder mit Lernschwierigkeiten in Mathematik habe die Professorin ein solches außergewöhnliches Projekt ins Leben gerufen. Wie Prorektor Professor Dr. Harald Pfaff in seiner Laudatio bestätigte, könnten auch die Studierenden von dieser Einrichtung enorm profitieren. Mittels Videoanalyse entwickelten sie wichtige Kompetenzen in der Diagnose und Förderung von Schülern mit Lernschwierigkeiten.
Mit der Ehrennadel der Pädagogischen Hochschule zeichnete die Rektorin Dr. Margret Ruep den Biologieprofessor Dr. Dietmar Kalusche aus, der erst vor kurzem in den Ruhestand verabschiedet worden war. „Ihr Name war immer mit allergrößter Wertschätzung verbunden“, sagte Ruep. Kalusche war unter anderem zehn Jahre lang Leiter des Zentralen Prüfungsamtes gewesen.
Der Bildungsforscher Professor Dr. Jürgen Oelkers von der Universität Zürich gratulierte zunächst „der schönsten Hochschule Baden-Württembergs zu ihrem 60. Geburtstag“, bevor er zu einem Galoppritt durch die derzeitige Bildungspolitik und insbesondere die Lehrerausbildung ansetzte. Oelkers kritisierte die Regelungsdichte, die mit jeder neuen Krise vom Gesetzgeber erhöht werde. Eine Vielzahl von Prüfungen und Verordnungen stünden dem Ziel entgegen, die jungen Studierenden zu Persönlichkeiten auszubilden. „Wir bilden nicht einfach nur Lehrer aus, wir bilden Persönlichkeiten“, meint Oelkers.
Oelkers zitierte Forschungsergebnisse, die belegen, wie wichtig die praktischen Erfahrungen im Referendariat und in den ersten Berufsjahren für Lehrer seien: „Wichtiger als die bildungstheoretische Didaktik ist die erfolgreiche Bewältigung des ersten Elternabends.“ Lehrer würden wie Schauspieler ein persönliches Repertoire brauchen, um erfolgreich zu sein. Ihre professionelle Kompetenz bestehe nicht einfach aus einer Aufschichtung von Studienleistungen und Weiterbildungskursen.
Im Hinblick auf die derzeitige Lehrerausbildung mit ihren jetzigen Studien- und Prüfungsordnungen sagte Oelkers: „Auch der staatliche Zugriff auf die Lehrerbildung muss sich Effizienzfragen stellen lassen.“ Studierende würden lernen, wie man die besten Noten bekommt und die Lehrproben würden zu Schaustunden. Oelkers dagegen sieht das Ziel der Ausbildung vielmehr im Aufbau einer professionellen Kompetenz: „Am Ende der Ausbildung müssen die Lehrer im Stande sein, eigenständig erfolgreichen Unterricht zu gestalten.“
Der Pädagogischen Hochschule stellte Oelkers ein gutes Zeugnis aus. Ihre Zukunft sieht er sogar in der Bildungswissenschaftlichen Universität. Über ihre Vergangenheit mit Höhen und Tiefen seit der Gründung des Pädagogischen Instituts 1949 auf dem Martinsberg informiert eine Ausstellung des Zentrums für Regionalität und Schulgeschichte, die noch bis zum 19. Dezember im Schlossbau besichtigt werden kann.

ehrennadel kalusche lehrpreis rathgeb

Pressemitteilung vom: 30.11.2009

 
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