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Halbzeit für die PH-Weingarten im ELIAS-Projekt

Der Projektname ELIAS steht für Early Language and Intercultural Acquisition Studies und beschreibt zugleich den Fokus des EU-Forschungsprojektes: Ziel ist es, junge Menschen auf die Anforderungen des zusammenwachsenden Europa und einer zunehmend globalisierten Welt vorzubereiten. Das ELIAS-Projekt vereint die Vorhaben, solide Fremdsprachenkenntnisse und ein frühzeitiges Bewusststein für interkulturelle Kompetenz und Umweltbildung mit dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Kindesalter zu fördern.

Zu den Projektpartnern zählen zehn bilinguale Kindergärten in Deutschland, Belgien, England und Schweden, die von acht Hochschulen, u. a. der Pädagogischen Hochschule Weingarten, und dem Zoologischen Garten Magdeburg wissenschaftlich betreut werden. Die Leitung des Projekts hat Prof. Dr. Holger Kersten von der Universität Magdeburg. Von der Pädagogischen Hochschule Weingarten sind Professor Michael Ewig, Fach Biologie sowie die Professorinnen Petra Burmeister und Ute Massler vom Fach Englisch am ELIAS-Projekt beteiligt.

Bilinguale Kindergärten sind eine der erfolgreichsten Möglichkeiten, schon im frühen Kindesalter an diese Ansätze heranzuführen: Sie arbeiten nach dem Immersionsprinzip, in dem Kinder die Sprache durch ein hohes Maß an natürlichem Sprachinput von Muttersprachlern in der Kita erwerben. Eine Besonderheit des Projekts stellt der zweisprachige Zoo-Kindergarten in Magdeburg dar, der bilinguales Lernen mit dem Fokus der Umweltbildung kombiniert, ein neuer Schwerpunkt, den die Forschungsgruppe "Grüne Immersion" genannt hat.
ELIAS setzt neben dem ethnografischen Verfahren der teilnehmenden Beobachtung in den einzelnen Kindergärten eine Reihe von standardisierten und nicht-standardisierten spielerischen Sprachtests ein.

Die Ergebnisse der ersten Projekthälfte umfassen folgende Erkenntnisse:
1. Bereits im Kindergarten werden verschiedene Strategien interkultureller Kompetenz von den Kindern erfolgreich erlernt und angewendet.
2. Die Kinder erlernen die Fremdsprache (Englisch) auf natürliche Weise, wobei das Hörverständnis der Sprachproduktion vorausgeht. Das erreichte Niveau des Sprachenlernens hängt v.a. von der Kontaktzeit mit der Fremdsprache ab. Es deutet sich zudem an, dass die pädagogischen Prinzipien der ErzieherInnen im Umgang mit der Sprache einen Einfluss auf die Lernvorgänge zu haben.
3. Testergebnisse zeigen, dass die Muttersprache der Kinder nicht unter dem intensiven Input der Fremdsprache leidet, im Gegenteil: Wie auch andere Studien gezeigt haben, profitieren beide Sprachen der Kinder offenbar von dem erhöhten Sprachbewusstsein.
4. Die Kinder des Zookindergartens zeigen einen deutlichen Lernfortschritt im Bereich der zweisprachigen Umweltkompetenz ("Grüne Immersion"). Diese Entwicklung scheint jedoch stark vom Alter des Kindes und anderen individuellen Faktoren abzuhängen.

In der zweiten Projekthälfte werden diese Ergebnisse durch die Weiterführung der Langzeitstudien ergänzt.
Der Zwischenbericht und verschiedene Materialien, wie z.B. Module zur Lehrerbildung und Lernmaterialien zur bilingualen Umweltbildung, eine Informationsbroschüre, ein Leitfaden zur Einrichtung immersiver Grundschulen und verschiedene Präsentationsmaterialien können auf der Webseite www.elias.bilikita.org heruntergeladen werden. Sie sollen zum Gebrauch in anderen Kitas und Forschungseinrichtungen einladen. Das Abschluss-Symposium im Juni 2010 und eine zweibändige Buchveröffentlichung machen die Ergebnisse am Ende der Projektlaufzeit der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Pressemitteilung vom: 09.11.2009



 
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