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„Das hat richtig was gebracht“

Weingarten – „Nur über Bewegung ist etwas zu bewegen“, sagte der Sport-Professor Dr. Sergio Ziroli bei einer Fortbildungsveranstaltung im Sportzentrum der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). In Zusammenarbeit mit dem Württembergischen Fußballverband (wfv) hatte die Hochschule ein konzentriertes Tagesprogramm erstellt, mit dem sie Trainer, Übungsleiter, Lehrer und Studierende über neue Trainingsformen im Bereich „Fußball für Kinder und Jugendliche in Schule und Verein“ informierte. Auch im Sport, so Ziroli, sei lebenslanges Lernen von großer Bedeutung. Man sei dabei auf einem guten Weg. „Wir stehen am Anfang eines Prozesses, den wir inthronisieren möchten“, sagte wfv-Vizepräsident Karl Schley. Zum ersten Mal beteilige sich der wfv an einer Hochschulveranstaltung mit Lehrern, Trainern und Studierenden. Es werde angesichts des großen Erfolgs der als Lehrerfortbildung anerkannten Veranstaltung aber sicher nicht das letzte Mal sein.

Eigentlich komme er aus dem Handball, sagte Professor Dr. Stefan König in seinem Grundsatzreferat. Für jede Art von Ballsport aber sei es eine schlechte Lösung, eine Kopie des Erwachsenen- oder oberen Jugendtrainings auf das Kinder- und Jugendtraining in Schule und Sport zu übertragen. „Wir kriegen als Fußballer nur die jungen Leute, die die Gesellschaft erzeugt und die nicht wie wir Tag für Tag auf der Schulwiese gespielt haben“, zitierte König einen Ausspruch von Uli Hoeneß aus dem Jahr 1995. Gute Sportler aber hätten genau diesen Kindergarten, nämlich den Straßenfußball, betonte der Professor für Sportwissenschaft. Er appellierte an die zahlreichen Fortbildungsteilnehmer, das Fußballtraining im unteren Jugend- und Kinderbereich spielerisch anzugehen und die Kinder nicht zu früh in taktische Zwänge zu stecken. „Sie müssen zuerst mit dem Ball vertraut werden, den Umgang mit diesem unangeleitet in freiem Spiel lernen und unterschiedliche Spiele und Spielformen praktizieren, so König. Das Wettkampfmodell stehe dieser Trainingsempfehlung entgegen, weshalb diese sich in den Vereinen nur zäh durchsetze.

Die Anfangsausbildung in Sportspielen solle vor allem spielerisch-taktisch über basistaktische Bausteine erfolgen, so der Sportprofessor weiter. „Lassen Sie ausprobieren, experimentieren und auch mal mit der Hand spielen“, so sein Appell an die Trainer. Dies führe langfristig zu guten Erfolgen in Taktik, Koordination und Technik, auch wenn diese kurzfristig nicht gleich erkennbar seien. Des Weiteren solle die Anfängerausbildung in Sportspielen fähigkeitsorientiert erfolgen. „Stellen Sie Bewegungsaufgaben mit vielfältigen Anforderungen und mit unterschiedlichem Zeit-, Variabilitäts- und Präzisionsdruck. Auch fertigkeitsorientiert müsse das Anfängertraining ansetzten, sagte König und empfahl kein Erlernen von spezifischen Sportspielbewegungen, sondern isoliertes oder kombiniertes Üben von Bausteinen. „Wenn die Zuschauer deswegen stänkern, schmeißen Sie diese einfach raus“, so der Sportprofessor.

Die Botschaft sei beim Verband angekommen, sagte Schley nach Königs Referat. Gerade im Jugendbereich – der wfv zählt rund 10.000 Jugendmannschaften – sollten nur die besten Trainer eingesetzt werden. Mit Kurzschulungen würden bislang etwa 6000 Trainer erreicht, dies reiche aber nicht aus. Königs Grundsatzreferat habe einmal mehr gezeigt, dass „im Kinder- und Jugendbereich nur die besten Trainer eingesetzt werden sollten“.

In einem praktischen Teil der Fortbildung erhielten die Teilnehmer von Patrick Singrün (PH Weingarten) Tipps zur Konditionsschulung im Kindes- und Jugendalter. Winfried Abt (PH Weingarten) zeigte neue Ideen zum Warmmachen. Eine Schulung der ballorientierten Koordination gab es mit Klaus Moosmann (wfv) und wfv-Verbandssportlehrer Dirk Mack präsentierte verschiedene Alternativen für Torespiele. „Das hat richtig was gebracht“, zeigten sich zwei Jugendtrainer begeistert. Teilnehmer und Verbandsvertreter bewerteten die PH-Veranstaltung durchweg positiv.

Pressemitteilung vom 10.11.2008

 
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