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Eine Nacht voll unendlicher Verlockungen

Weingarten – Es ist Samstagabend. Auf dem Klosterhof herrscht reges Treiben. Verschiedene Plakate mit Appellen wie „Überlege dir kurz – welchen Titel würdest du deinem Leben geben“ oder „Mache deinem Gegenüber ein kleines Kompliment“ zwingen zu einem kurzen, nachdenklichen Innehalten und signalisieren, dass etwas Besonderes geboten ist. Im Durchgang zum Schlossbau der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) haben es sich schon einige Besucher gemütlich gemacht. Studierende des Faches Kunst haben dort ein „Weinstüble“ eröffnet, in dem erfrischende Getränke, ein gutes Glas Wein oder kleine Snacks zu haben sind. „Ich muss jetzt erst mal eine Verschnaufpause machen, es gibt so viele tolle Eindrücke“, sagt ein Mann voll Begeisterung und lässt sich zufrieden auf einer der Bänke nieder.

Er hat Recht. Die Hochschule auf dem Martinsberg hat ihre Türen zur langen Kunstnacht geöffnet und präsentiert sich mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen, Ausstellungen, Angeboten. Schon in den Gängen und im Treppenhaus erwecken Pfeile und Fußabdrücke die Aufmerksamkeit. „Tiere sehen dich an“ steht auf ihnen geschrieben und sie führen den Gast, der ihnen folgt, in eine imposante und zugleich bedrückende Ausstellung. Von Massentierhaltung ist dort die Rede, von Hühnern, die die Natur nicht kennen, oder von kleinen Schweinen, die als Schinken enden, ohne zuvor mehr als den engen Stallraum gesehen zu haben. Ein paar Türen weiter kommt man auf andere Gedanken: Der Audienzsaal hat sich in eine textile Lesestatt verwandelt. Stoff- und Patchworkbanner, T-Shirts und Tücher machen mit Textbotschaften wie „Fest genäht hält besser“ auf sich aufmerksam. Wieder ein paar Türen weiter wird der Besucher über den Satz „Daheim kann ich nimmer sein“ zu einer Ausstellung mit Dia-Show geführt und mit der gut aufbereiteten Thematik „Wohnen im Alter“ konfrontiert. Die „Suche nach Nestwärme“ endet erfolgreich hinter einer zunächst verschlossenen Tür, vor der ein Schild den Gast ermahnt, seine Schuhe auszuziehen, einzutreten und die Tür zu schließen. Die böse Welt, sie macht, so scheint es, vor den Installationen drinnen Halt.

Wer der Aufforderung gefolgt ist einen Papierflieger zu bauen – nicht wenige lassen ihre papiernen Objekte im Gleitflug aus den Fenstern starten –, wird wenig später von der zeitkritischen Ausstellung „Wie leben die Menschen hier“ in Bann gezogen. Eine wohltuende Ruhepause zum Verschnaufen bieten Haeckels Kunstformen der Natur, die in einer Bildmedia-Meditationsshow Installationen an die Decke zaubern, die, kaum hat man auf einem der Liegestühle Platz genommen, ihre beruhigende Wirkung nicht verfehlen. Aber es gibt ja noch so viele andere Dinge zu entdecken. In der Aula der PH erklingt mit Musik des 20. Jahrhunderts eine Walpurgis-Spinnwebfäden-Fantasie und dort faszinieren Studierende mit einer atemberaubenden Tanzperformance und mit Lichtmalereien. Es gibt Theater, Lesungen, Musik open end mit einer Cover-Band im Naturschutzzentrum, die unterschiedlichsten Installationen, gute Gespräche und sogar die Möglichkeit, selbst Botschaften zu hinterlassen – und sei es auch nur mit aus Tier-Leckerlis gestalteten Worten oder Zeichen im Treppenaufgang. Und immer wieder hat man das Gefühl, längst noch nicht alles entdeckt zu haben. Die Kunstnacht, sie scheint voll unendlicher Verlockungen.

Pressemitteilung vom: 01.07.2008

 
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