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Er liebt die Mathematik und die Musik

Weingarten – „Mich brennt’s in meinen Reiseschuhn, fort mit der Zeit zu schreiten, was wollen wir agieren nun, vor so viel klugen Leuten“, ertönte es aus zahlreichen Stimmen in der Aula der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Mit dem Eichendorff-Lied „Komödiantenbande“ und einem unterhaltsamen Programm verabschiedeten Studierende, PH-Mitglieder und Gäste Professor Dr. Bernd Hafenbrak vom Fach Mathematik in den Ruhestand.

Es sei schwierig, Hafenbraks Verdienste und Leistungen in wenigen Worten zu würdigen, sagte Professor Dr. Werner Knapp, Dekan der Fakultät II, in seiner Laudatio. 40 Jahre lang habe Hafenbrak als Lehrer und Hochschullehrer gewirkt. Hafenbrak machte in Ludwigsburg 1962 sein Abitur, studierte danach Mathematik und Physik, absolvierte erstes Staatsexamen, Referendariat und zweites Staatsexamen und schrieb 1970 seine Dissertation über angewandte Mathematik an der Universität Stuttgart. Hafenbrak wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, arbeitete einige Zeit als Gymnasiallehrer und kehrte 1981 als Akademischer Rat an die PH Heidelberg zurück. 1990 nahm er einen Ruf an die PH Weingarten an. „Hafenbrak legte immer Wert auf vielseitige Praxisbezüge“, lobte Knapp die Arbeit des Gefeierten, der zunächst als Programmierer im Bereich Informatik, später im Fach Mathematik mit Konzentration auf Realschul-Mathematik tätig war. Hafenbrak schrieb fünf Bücher mit wechselnden Co-Autoren zum Thema Programmieren und erhielt 1992 vom damaligen Bundesminister in Berlin einen Softwarepreis. 1993 wurde Hafenbrak Leiter des Schulpraxisamts, 1999 Leiter des Rechenzentrums und des Zentrums für audiovisuelle Medien. „Er verstand sich nicht nur als Verwalter, sondern trieb Innovationen vorwärts“, so Knapp. An der Einführung des Praxisjahres von Studierenden an der Grund- und Hauptschule Biberach beispielsweise habe Hafenbrak aktiv mitgearbeitet.

Neben seiner achtjährigen Mitgliedschaft im Senat habe sich Hafenbrak auch singend in die Hochschule eingebracht, berichtete Professor Dr. Peter Baireuther vom Fach Mathematik. Hafenbrak sang viele Jahre aktiv im Hochschulchor mit. „Seine Liebe zur Musik und seine Bereitschaft, die Dinge anzupacken – auch für andere –, haben ihn immer ausgezeichnet“, betonte Baireuther in seiner Laudatio. So verwunderte es auch nicht, dass der Akademische Direktor Norbert Christmann vom Fachbereich Mathematik der Technischen Universität Künzelsau den Festvortrag über „Musik und Mathematik“ hielt. Er führte musikalisch und rechnerisch vor, wie nahe die beiden beieinander liegen. „Mathematiker blicken auf die Musik, Musikgestalter auf die Mathematik“, betonte Christmann und zeigte den Festgästen auf, wie leicht sich mathematische Funktionen vertonen lassen und dass sogar aus einem Porträtfoto Hafenbraks eine Melodie entstehen kann.

Bevor Professor Hafenbrak dann den Eintritt ins Rentenalter mit seinen Studenten, Kollegen und Gästen zwanglos feiern durfte, wirkte er noch beim Auftritt des Hochschulchors mit und löste knifflige Fragen bei dem eigens für ihn gestalteten Fragespiel „Wer wird Millionär“. Nahezu mühelos angelte sich Hafenbrak über originelle Fragen nach mathematischen Verfahren und anderen Dingen hinweg, um nach Beantwortung der Millionenfrage in einem Gold- und Silberregen zu stehen. „Mir tut der Abschied doch im Magen weh“, gestand der Professor zu guter Letzt und blieb auch dabei seiner Liebe zur Musik treu. Gemeinsam mit den Festgästen sang er: „Jahre kommen, Jahre gehen, wie die Zeit entflieht.“


Pressemitteilung vom: 09.06.2008

 
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