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„Er hat an der Hochschule viele Spuren hinterlassen“

Weingarten – Er wollte keine Laudatio bei seiner Verabschiedung, sondern nur einen Rückblick auf sein Wirken an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Dieser aber wurde dann aufgrund der vielen Spuren, die Professor Dr. Norbert Feinäugle an der Hochschule auf dem Martinsberg hinterlassen hat, recht lang. Es liege in Feinäugles Charakter, dass dieser in seiner bescheidenen und selbstlosen Art der Meinung sei, in all den Jahren nicht mehr als seine Pflicht getan zu haben, sagte PH-Rektor Professor Dr. Jakob Ossner, als er Feinäugle die Ehrennadel der PH überreichte. Gerade dies aber zeige, so Ossner weiter, dass Professor Feinäugle – zusammen mit Mike Jörg, der als Hochschul-Externer diese Auszeichnung gleichfalls erhielt – genau der Richtige für die Verleihung der Ehrennadel der PH sei. Die Nadel zeigt das Logo der Hochschule und soll künftig auf Beschluss des Senats an Personen verliehen werden, die sich „weit über das Maß ihrer beruflichen Tätigkeit hinaus für die PH engagieren“.

36 Jahre lang war Professor Feinäugle als Hochschullehrer tätig. Er studierte Germanistik, Anglistik und Französisch in Tübingen und promovierte in Texas. Nach einer kurzen Tätigkeit im Schuldienst kam er 1971 als Dozent an die PH Reutlingen. 1975 wurde er zum Professor ernannt und übernahm die Leitung des Landeslehrerprüfungsamtes. Feinäugles Zukunftsorientierung sei jäh unterbrochen worden, als der PH Reutlingen die Schließung drohte, berichtete Knapp: „1987 hielt er dort mit nur einem Studenten sein letztes Hauptseminar ab.“ Doch Feinäugle wurde bei der PH Weingarten vorstellig und wechselte zum 1. Oktober 1987 auf den Martinsberg.

Professor Feinäugle habe sich in all den Jahren nicht nur in der Lehre (mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik) und in der Forschung, sondern auch in der Selbstverwaltung der Hochschule engagiert, so Knapp weiter. Von 1994 bis 2003 hatte Feinäugle das Amt des Prorektors inne. Vor dem Amtsantritt von Rektor Ossner übernahm er sogar für sechs Wochen die Geschäfte als geschäftsführender Rektor. Auch in seiner Aufgabe als stellvertretender Vorsitzender des Landeslehrerprüfungsamtes habe ihn großes Pflichtbewusstsein ausgezeichnet, meinte Knapp anerkennend. Darüber hinaus habe Feinäugle trotz seiner vielen Aufgaben zahlreiche Schriften verfasst, die große Verbreitung fanden und nachhaltige Wirkung erzielten. Mundart und Mundartliteratur gehörten zu seinen Forschungsschwerpunkten. „Er verstand es, die Themen wissenschaftlich aufzubereiten, aber so, dass es niemand merkte“, beschrieb Knapp Feinäugles Kunst, wissenschaftlich fundiert und zugleich höchst unterhaltsam zu schreiben. In seiner Funktion als Redakteur der „Mitteilungen vom Martinsberg“ sei Feinäugle darüber hinaus in den Jahren 1994 bis 2007 zum wichtigsten Chronisten der PH geworden.

Auch bei den Studierenden sei Feinäugle geschätzt und geliebt, betonte Knapp. Sein besonderes Anliegen habe immer der Spracherziehung der angehenden Lehrer gegolten. Mit Erfolg, wie Studierende bei Feinäugles Verabschiedung eindrucksvoll demonstrierten. „Feinäugle war stets fair und konstruktiv“, so Knapp weiter. Studierende und Kollegen hätten bei ihm immer ein offenes Ohr gefunden. „Mit dem kasch gut gschirre“, beschrieb Professor Dr. Jürgen Belgrad, Fachsprecher Deutsch, die einhellige Meinung über Professor Dr. Feinäugle. Und Weingartens Oberbürgermeister Gerd Gerber lobte: „Sie spiegeln in unserer Stadt den Reichtum der PH wider.“

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser neuen freien Zeit“, gab Professorin Dr. Marieluise Kliegel vom Fach Textil Feinäugle rezitativ-barock mit in den neuen Lebensabschnitt, bevor die vielen Feiergäste dem sich in den Ruhestand verabschiedenden Professor lang anhaltenden Beifall zollten. Ohne die Unterstützung vieler Menschen hätte er dies alles nicht bewältigen können, betonte Feinäugle und dankte Kollegen und Mitstreitern für das jahrelange vertraute Miteinander. „Man kann solche Positionen nur erreichen, wenn man mit den Leuten zusammen agiert“, sagte er und meinte dann schlicht: „Danke, das wär’s.“ Bleibt bei vielen die Hoffnung, dass Professor Feinäugle auch künftig der Hochschule auf dem Martinsberg eng verbunden bleiben wird – nicht zuletzt über die „Mitteilungen vom Martinsberg“.

Pressemitteilung vom: 04.12.2007

 
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Foto: Pädagogische Hochschule Weingarten
 
Bild:Professor Dr. Jakob Ossner, Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten (links) zeichnete Professor Dr. Norbert Feinäugle bei dessen Verabschiedung mit der ersten Ehrennadel der PH für Hochschulmitglieder aus. Bild: PH