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Junges Leben hat viele Facetten

Weingarten – „Sowohl Kindheit als auch Oberschwaben gehören zu unserer Hochschule“, sagte Professor Dr. Jakob Ossner, Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH), bei der Eröffnung der Ausstellung „Kindheit in Oberschwaben – früher und heute“. Die interessante Ausstellung zeigt junges Leben in Oberschwaben in vielen Facetten und ist noch bis zum 1. Februar 2008 in der Pausenhalle der PH zu sehen.

„Kindheit in Oberschwaben“ sei eine ausgesprochen informative Ausstellung, die die Verankerung der PH in der Region unterstreiche und bei der man sehr viel lernen könne, lobte der Rektor. Viele Hände waren an der Entstehung beteiligt. Professorin Dr. Ursula Pfeiffer, Dekanin der Fakultät I und Leiterin der Arbeitsstelle Schulgeschichte der PH, sowie der ehemalige Leiter, Professor Dr. Erich Müller-Gaebele, haben sich zusammen mit Studierenden über das intensive Studium regionaler Quellen- und Archivbestände diesem Thema unter sozial- und regionalgeschichtlichen Aspekten gewidmet. Mit eigenen Themenbereichen und Beiträgen beteiligen sich der Kinderschutzbund Ravensburg, Brennnessel e.V. und die Arbeitsgruppe Ravensburg von UNICEF.

„Es war spannend und für alle – auch für mich – ein Erlebnis“, berichtete Professorin Pfeiffer. Rund 30 Studierende nahmen an diesem ersten Forschungssemester teil, um zunächst allgemeine Grundlagen zu dem Thema Kindheit zu erarbeiten. In Kleingruppen widmeten sich die angehenden Lehrer dann einzelnen Teilbereichen, besuchten Museen, befragten Personen, sichteten und sammelten Material und stießen dabei auch auf manche zufälligen Funde. Viele Oberschwaben stellten ihre ganz persönlichen Dinge für das Forschungsprojekt zur Verfügung. Nach der Auswertung des Materials ging es an die Umsetzung. Fragen wie: Wie macht man eigentlich eine Ausstellung?, wie viel Raum erhält jede Gruppe? oder welche Schriftgröße eignet sich für die Infotafeln? galt es zu beantworten, Gestaltungselement mussten abgestimmt, museumspädagogische Belange berücksichtigt werden.

Die Ausstellung zeige nun ein Stück Kindheit in Oberschwaben im Wandel vergangener Jahrhunderte und in der Gegenwart, sagte Müller-Gaebele. Sie berichte von den ersten Kinderkrippen, Kinderasylen und Kleinkinderbewahrungsanstalten Anfang des 19. Jahrhunderts oder über die Schulkindheit und die strenge Gehorsamspädagogik, die von den Kindern „zunächst bedingungslosen Gehorsam, auch auf die Gefahr hin, dass ihnen Unrecht geschehe“, forderte. Auch die Geschichte der Schwabenkinder ist Thema. Oft seien Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren im Sommer von den Eltern auf umliegende Bauernhöfe zur Arbeit geschickt worden, so Müller-Gaebele. Schulunterricht habe dann höchstens stundenweise stattgefunden. Mit Ausstellungsgegenständen von der Tonpuppe über Holzgewehre bis hin zum modernsten Computerspielzeug zeigt die Ausstellung im Themenbereich „Verspielt in Oberschwaben“ eindrucksvoll, welcher Wandel sich in den vergangenen Jahrhunderten auch hier vollzogen hat.

„Wir standen vor großen Herausforderungen, aber es hat auch viel Spaß gemacht“, berichtete René Wicker als Sprecher der an dem Forschungssemester beteiligten Studierenden. Immer wieder seien neue Impulse und Anregungen aus der Bevölkerung gekommen. Darüber hinaus habe die Ausstellung auch „Bastelarbeiten erfordert“, die nicht jedem zugesagt hätten. Jetzt aber überwiege die Freude an der gelungenen Ausstellung, die bereits im Schulmuseum in Friedrichshafen gezeigt wurde.

Auch ein Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es: Am Mittwoch, 7. November, spricht Professorin Dr. Ursula Pfeiffer über „Bilder von Kindern und Kindheit“. Und am 27. November geht es um „Frühkindliche Bildung im Wandel der Zeit“ mit Professorin Dr. Diemut Kucharz. Die Veranstaltungen finden jeweils um 18.15 Uhr im Festsaal der Pädagogischen Hochschule statt.

INFO: Die Ausstellung „Kindheit in Oberschwaben – früher und heute“ ist noch bis zum 1. Februar 2008 in der Pausenhalle der Pädagogischen Hochschule zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.

Pressemitteilung vom: 05.11.2007

 
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