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„Bildung ist das wertvollste Gut unseres Landes“

Weingarten – „Es wird insgesamt immer noch zu wenig Bildungsforschung betrieben“, bedauerte Professor Dr. Jakob Ossner, Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH), beim Forschungstag an der Hochschule auf dem Martinsberg. Zahlreiche Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen waren gekommen, um über Kurzvorträge und Präsentationen der PH-Lehrenden einen Einblick in deren vielfältige Forschungstätigkeiten zu erhalten. Eine halbe Millionen Euro seien im vergangenen Jahr an Mitteln für die Bildungsforschung der PH eingetrieben worden, so Ossner. „Für die Größe der PH sei dies ein ansehnlicher Betrag, der freilich noch gesteigert werden soll.

Das Motto des Forschungstags, „Wissen schafft Bildung“, gelte es immer wieder neu zu beweisen, betonte Professor Dr. Martin Oswald, der als Prorektor für die Forschung und Entwicklung der Hochschule zuständig ist. Die Bildung und Bildungsprozesse stünden im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit der PH. Mit dem Forschungstag wolle die Hochschule ein Zeugnis ihrer Tätigkeiten ablegen und sich zugleich als Dienstleister im Bildungsbereich anbieten. „Gute Forschung will gut organisiert sein, sagte Oswald und verwies auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit der vor rund eineinhalb Jahren an der PH gegründeten sechs Zentren, in denen fachübergreifend verschiedene Projekte laufen. Schließlich, so Oswald, sei beispielsweise Deutsch nicht nur für das Fach Deutsch wichtig. Auch in der Mathematik etwa müssten Textaufgaben gelöst werden. Ziel der PH sei es, die Studierenden für die Fachinhalte zu begeistern, damit diese ihre Begeisterung auf die Schule übertragen. Häufig seien Forschungsvorhaben mit Dissertationen verbunden. Die Instrumente und Methoden seien vielfältig. „Bildung ist das wertvollste Gut, das unser Land zu bieten hat“, meinte Oswald. Die Forschung brauche Öffentlichkeit und Partner, so sein Appell an die Gäste. Vielleicht gebe es ja den einen oder anderen, der sich spontan dazu entschließe, ein Projekt zu fördern.

Am Zentrum für Elementar- und Primarbildung der PH laufen derzeit 20 Forschungsprojekte, berichtete Direktorin Professor Dr. Dietmut Kucharz. So werden beispielsweise in Kooperation mit Kindergärten und Schulen die naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse, Fertigkeiten und Vorstellungen von Kindern am Schulbeginn untersucht. Diese, so zeige das Projekt, hängen direkt vom Ausbildungsgrad der Eltern ab. Für einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Vorwissen hingegen gebe es bislang keinen Nachweis. Das Zentrum für Schulentwicklung und Professionalisierung zähle 26 Mitglieder und 15 Forschungsprojekte, so Direktor Professor Dr. Thorsten Bohl. Unter anderem werde derzeit im Auftrag der Stadt Ulm die Evaluation einer städtischen Bildungsoffensive durchgeführt. Untersuchungsschwerpunkte seien der frühkindliche Bereich, die verlässliche Grundschule und der Übergang in den Beruf.

Am Zentrum für politisch-ökonomische und ethische Bildung laufen derzeit Untersuchungen zu dem Thema „Ethik und Sozialunternehmen“. Bereits seit 1996 unterhält eine interdisziplinäre Ethikgruppe der PH Kontakte zur Stiftung Liebenau. 2001 wurde nach einem Senatsbeschluss das „Institut für Ethik“ gegründet, das regelmäßig den Ethik-Report publiziert. 2002 erfolgte der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit elf Sozialunternehmen. 17 Mitglieder arbeiten derzeit am Zentrum für Sekundarbildung und Ausbildungsfähigkeit. In enger Zusammenarbeit mit Schulen, Bildungsstätten, der Industrie- und Handelskammer und anderen laufen Forschungsprojekte zur Förderung von Ausbildungsfähigkeit. Ziel sei es dabei vor allem, Schulen und Betriebe zu vernetzten, so Direktorin Professor Dr. Elisabeth Schlemmer.

Am Zentrum für Lernen mit digitalen Medien werden unter anderem die Auswirkungen digitaler Medien auf Lernprozesse untersucht, berichtete Direktor Professor Dr. Michael Henninger. Auch die Veränderungen der Lehrerrolle durch digitale Lernmedien sowie die für einen beruflichen Erfolg wichtigen Medien- und Bildungskompetenzen sind Gegenstand der Forschungen. Ein breites Forschungsspektrum bewältigen die 14 Wissenschaftler am Zentrum für Regionalität und Schulgeschichte. Forschungsobjekt für über 20 Einzelprojekte ist die „Region Oberschwaben als Kultur- und Naturraum“. Jeden Mittwoch, 18 bis 19.30 Uhr, gibt es im „Forum Regionalität“ interessante Vorträge zu wechselnden Untersuchungen und Forschungsprojekten. Mit dem „Portal Regionalität“ wurde ein wichtiges Internetangebot zur Erschließung der Region Oberschwaben geschaffen. Über das intensive Studium regionaler Quellen- und Archivbestände hat sich Professorin Dr. Ursula Pfeiffer der „Geschichte der Kindheit in Oberschwaben“ unter sozial- und regionalgeschichtlichen Aspekten gewidmet. Eine beeindruckende Ausstellung dazu ist noch bis 30. September im Schulmuseum in Friedrichshafen zu sehen.

Pressemitteilung vom: 23.07.2007

 
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