Link:Zur Startseite | Logo: Pädagogische Hochschule Weingarten
 
Aktuelles
Hochschule
Studium/Lehre/Weiterbildung
Forschung
Einrichtungen/Personen
Leitung/Verwaltung
Service/Information
Link: www.ph-weingarten.de/en
 



 

„Vom Kellerkind zum Vorzeigeprojekt"

Weingarten – Wer derzeit dem Institut für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule (PH) in seinem neuen Domizil in der Weingartener Lazarettstraße 5 einen Besuch abstattet, sollte unbedingt ein bisschen Zeit einplanen. Schließlich warten dort Hans im Glück, Rotkäppchen, Dornröschen, Schneewittchen und die sieben Zwerge, aber auch Jorinde und Joringel, der Wolf und die sieben Geißlein, Rumpelstilzchen oder das tapfere Schneiderlein auf die Besucher und laden zu einem Ausflug in die Märchenwelt ein. Zur Eröffnung der Forschungsstelle Schulgeschichte in den neuen Räumlichkeiten ist eine Ausstellung mit Bildern aus der künstlerischen Illustrationswelt von Märchen zu sehen. Die Ausstellung hat Gisela Stottele, langjährige Lektorin des Ravensburger Buchverlags und erfahrene Entwicklerin im Kinderbuchbereich, aus ihrer Privatsammlung zur Verfügung gestellt.

„Das erinnert mich an meine Kindheit“, freute sich eine Frau in den besten Jahren bei der Eröffnung und blickte schmunzelnd auf eine Zeichnung, die unverkennbar den Froschkönig (gemalt von Binette Schroeder, 1986) zeigte. „Fast jede Woche musste meine Oma mir das Märchen vorlesen.“ Die Vielfalt der im neuen Domizil der Schulgeschichte gezeigten Märchenillustrationen ist groß: Da hüpft das von Lieselotte Schwarz 1967 gezeichnete Dornröschen neben Aschenputtel von Dick Bruna aus dem Jahr 1966 über die Bilder. Ganz unterschiedliche Illustrationen zum Wolf und den sieben Geißlein stammen von HAP Grieshaber (1971), Dorothea Desmanowitz (1985) und Nikolaus Heidelbach (1995). Von „Hans im Glück“ ist neben einer deutschen Version von Herbert Lepin (1944) auch die spanische Illustration „La Felicidad de Hans“ von Oliveiro Dumas zu bewundern. Rolf Rettich hat 1989 mit Schneewittchen, Rumpelstilzchen, Rotkäppchen und dem tapferen Schneiderlein sogar vier Märchen illustriert. Und der gestiefelte Kater präsentiert sich in von Stasys Eidrigevicius im Jahr 1990 geschaffenen Bildern, um nur einige zu nennen.

Die Idee zu dieser Ausstellung, die in die Welt der Märchen entführt, stamme von Gisela Stottele, berichtete Professor Dr. Martin Oswald. Als ausgewiesene Fachfrau habe Gisela Stottele schon während ihrer aktiven Zeit zahlreiche Ausstellungen zu Kinderbuchillustrationen organisiert. Neben vielen weiteren Aktivitäten war sie 1997 bis 2002 Mitglied in der Jury zum Deutschen Kinderliteraturpreis, sieben Jahre lang war sie der PH durch einen Lehrauftrag verbunden. Einen Teil ihrer theoretischen Fachliteratur beabsichtige Gisela Stottele dem Archiv Schulgeschichte der PH als Arbeitsmaterial für Studierende zur Verfügung zu stellen, verriet Oswald. „Wir versprechen, dass diese dann auch sinnvoll für Forschungszwecke genutzt wird.“ Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sollen den Betrachtern einfach Freude machen, betonte Gisela Stottele und berichtete, dass die Märchenillustrationen schon an vielen anderen Orten, darunter 2001 auf der Buchmesse in Jerusalem, gezeigt wurden. Sie habe sich bei der Ausstellung bewusst für Illustrationen zu den Märchen der Gebrüder Grimm entschieden, da diese nahezu jedem bekannt und nicht selten mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden seien. Märchen spielten für die geistige und seelische Entwicklung von Kindern eine große Rolle. Stottele: „Kinder brauchen Märchen.“ Sie selbst sammle seit mehr als 30 Jahren Märchenbücher und Märchenillustrationen.

In der Lazarettstraße 5 hat die PH-Forschungsstelle für Schulgeschichte nun ein attraktives Domizil gefunden. „Vom Kellerkind zum Vorzeigeprojekt“, beschrieb die Leiterin dieser Einrichtung, Professorin Dr. Ursula Pfeiffer die Entwicklung und verwies auf die schönen Seminarräume und Büros sowie die gut ausgestattete Bibliothek. Ohne das große Engagement der Hochschulleitung hätte dies so kaum realisiert werden können, betonte sie. Auch kleine Wünsche Seitens der Forschungsstelle seien berücksichtigt worden. Das seit 1982 bestehende Weingartener Institut für Schulgeschichte arbeite sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeitsarbeit eng mit dem 1981 eröffneten Schulmuseum Friedrichshafen zusammen, berichtete PH-Rektor Professor Dr. Jakob Ossner. Unter anderem habe es schon einige gemeinsame Ausstellungen gegeben. „Die neuen Institutsräume werden auch künftig sinnvoll für Forschung und Lehre genutzt werden“, so der Rektor.

Info: Die Ausstellung mit den Märchenillustrationen verschiedener Künstler ist noch bis 15. Juli im Institut für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Lazarettstraße 5, zu sehen.

Pressemitteilung vom 30.05.07

 
DruckansichtDruckansicht