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Dem Kampf der Kulturen entgegen wirken

Weingarten – „Ich freue mich, dass indische Gäste der Pädagogischen Hochschule in unserer Stadt zu Gast sind“, sagte Oberbürgermeister Gerd Gerber beim Empfang einer hochrangigen indischen Delegation mit Vertretern von dortigen Schulen, Akademien und Hochschulen im Amtshaus in fließendem Englisch. Von einem intensiven Kulturaustausch dieser Art profitierten beide Seiten. Indien sei ein Land mit Zukunft, so das Stadtoberhaupt weiter. In der Partnerschaft mit einer indischen Hochschule lägen auch für die Pädagogische Hochschule auf dem Martinsberg neue Chancen. Gerber: „Ich hoffe, es wird eine gute Partnerschaft.“ Die indischen Gäste zeigten sich fasziniert von Oberschwaben und Weingarten, von Martinsberg, Basilika und der Pädagogischen Hochschule. Die PH in den historischen Räumlichkeiten mit dem Kloster gleich nebenan – „das alles strahlt Ruhe und Inspiration aus, wie man sie selten findet“, brachte Professorin Dr. Surana von der Jaipur University in fehlerfreiem Deutsch zum Ausdruck.

Weingarten war nicht die erste Station der indischen Gäste: Diese weilten vom 30. April bis 9. Mai in Baden-Württemberg, drei Tage davon in Weingarten. Der Besuch war aufgrund einer großzügigen Förderung durch die Kreissparkasse Ravensburg erst ermöglicht worden. „Im vergangenen Jahr waren deutsche Schüler zu Gast an indischen Schulen, begleitet von Studierenden der PH Weingarten. Jetzt sind für vier Wochen 70 indische Schüler an verschiedenen Schulen in Baden-Württemberg untergebracht“, berichtete Dr. Margret Ruep, Schulamtspräsidentin am Regierungspräsidium Stuttgart, die die Inder begleitete. Die Mitglieder der indischen Delegation, darunter auch Vertreter der PH-Partnerhochschule Banasthali University, besuchten verschiedene Orte, Schulen und Hochschulen. „Über die Bedeutung der Kooperation mit Indien für unsere Schülerinnen und Schüler“ sprach Dr. Ruep im Rahmen des eigens für die Delegation ausgerichteten Symposiums „Verständigung als Bildungsaufgabe – Deutsch-indischer Dialog zu interkulturellem Lernen“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, auf welche Weise angesichts von Globalisierung und zunehmender weltweiter Vernetzung an Schule und Hochschule ein Beitrag zu interkultureller Verständigung geleistet werden kann. „Diese essentielle Bildungsaufgabe versteht sich auch als pädagogische Maßnahme, um dem viel beschworenen Kampf der Kulturen entgegen zu wirken“, betonte PH-Rektor Professor Dr. Jakob Ossner.

Doch nicht nur das. Die indischen Gäste lernten auch die Nachbarstädte Weingartens und die Bodenseeregion kennen. „Es ist wunderschön hier und die Menschen sind alle so aufgeschlossen“, freute sich Hamsavahini Singh, Deutschlehrerin an der Partnerhochschule der PH im indischen Banasthali. Die Rektorin ihrer Universität – einer Hochschule für Frauen –, Professorin Aditya Shastri, habe leider nicht mit nach Deutschland kommen können, bedauerte sie. „Dabei hätte sie die Tage in Weingarten bestimmt genossen.“ Überrascht waren die indischen Gäste von der hohen Qualität und der Vielseitigkeit der PH-Lehrkräfte im Fach Musik. Diese begeisterten mit einem zweistündigen Konzert. „Was können die denn sonst noch alles?“ fragte ein Inder, nachdem Stefan Deuschle auf seiner Gitarre mit behänder Fingerfertigkeit Werke von Maximo Diego Pujo und Leo Brouwer zu Gehör gebracht hatte und Daniela Heitz (Flöte) sowie Gabriele Menz (Klavier) mit Franz Schuberts „Gute Nacht“ und dem „Solo de Concert“ von Jules Demersseman die Zuhörer verzauberten. „Wir legen ja auch viel Wert auf musikalische Erziehung, aber dies hier ist brillant“, begeisterte sich die Banasthali-Deutschlehrerin Hamsavahini Singh, als Martin Küssner sein Klavierspiel mit Werken von György Ligeti und Fazil Say beendet hatte. Restlos begeistert waren die Gäste auch nach der Konzertpause. „Was für eine ausdrucksstarke Sopranstimme“, meinte eine indische Musiklehrerin, als Monika Wiech mit Klavierbegleitung von Jörg Turowsky Lieder von Theodor Storm, Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe und anderen für „Standing Ovations“ sorgte. „Mit dieser Frau hätte ich gerne mal ein Konzert mit indischen Liedern.“ Viel Beifall gab es aber auch für Jörg Turowskys abschließende „Benediction de Dieu dans la solitude“ von Franz Liszt. „Bei solchen Lehrkräften kann man natürlich viel lernen“, lobten auch deutsche Besucher. „Da kann die Pädagogische Hochschule nur stolz sein.“

Pressemitteilung vom 15.05.2007

 
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