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„Wir können viel voneinander lernen“

Pädagogische Hochschule Weingarten schließt Partnerschaft mit Universität im indischen Banasthali – Rektor Professor Dr. Jakob Ossner reiste durch Indien.

Weingarten – „Indien ist ein faszinierendes Land voller Gegensätzlichkeiten“, sagt Professor Dr. Jakob Ossner. Im Herbst vergangenen Jahres stattete der Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) dem schillernden Land einen Besuch ab. Vom 7. bis 9. Mai kommen indische Gäste jetzt zu einem Gegenbesuch an die Pädagogische Hochschule auf dem Martinsberg. Der Grund für den interkulturellen Austausch zwischen Weingarten und Indien ist eine neue Hochschulpartnerschaft. Rektor Ossner unterzeichnete im indischen Banasthali einen Partnerschaftsvertrag der PH mit der dortigen Universität, einer Hochschule für Frauen. „Wir können viel voneinander lernen“, ist sich Ossner sicher.

Die Indienreise des PH-Rektors startete in Neu Delhi. In der Nähe von Jaipur besuchte Ossner die dortige Sagar-Schule. Der in Deutschland lebende Geschäftsmann Sagar, der Gründer der Schule, habe über eine Stiftung diese private Schule nach deutschem und auch britischem Vorbild eingerichtet, berichtet er. Über Stipendien seien diese Schulen auch für ärmere Kinder zugänglich. Eine Woche vor dem PH-Rektor waren 44 baden-württembergische Schüler aus dem Regierungspräsidium Stuttgart nach Indien gekommen, um für einen Monat am Unterricht einer 10. oder 11. Klasse in Indien teilzunehmen. Betreut wurden einzelne Gruppen dabei von Studierenden der PH Weingarten. „Vier Schüler waren zu Gast an dieser Sagar-Schule in der Nähe von Jaipur“, erzählt der Rektor und berichtet von einem „wunderschönen Schulgebäude“, aber auch von Fünf-Bett-Zimmern, in denen die Schüler untergebracht sind. An das Internatsleben, aber auch an die überall herumlaufenden Geckos oder Eidechsen hätten sich die deutschen Schüler erst gewöhnen müssen. „Sie waren dennoch alle von ihrem Indienaufenthalt begeistert“, betont der PH-Rektor. Ein Gegenbesuch indischer Schüler in Baden-Württemberg sowie ein künftig regelmäßiger Schüleraustausch seien geplant. Die PH-Studierenden als Begleiter leisteten dabei gute Dienste.

Ossners Indienreise führte neben den New Delhi Public Schools in Delhi und anderen Bildungseinrichtungen auch an das 1810 gegründete Mayo-College am Rande der Stadt Ajmer. „Das ist eine Schule für die Oberschicht, in der früher die Söhne indischer Prinzen und Maharadschas ihre Erziehung und zugleich den Einstieg in ein Karrierenetzwerk genossen.“ Anders in Banasthali, wo der PH-Rektor die Universität besuchte und einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnete. Die 1935 gegründete Bildungseinrichtung liege mitten in der Wüste und beherberge auf einem riesigen Areal Internate und verschiedene Bildungsstätten – vom Kindergarten über die Grundschule bis zur Universität. „Rund 6000 Mädchen und junge Frauen aus der unteren und mittleren Mittelschicht Indiens lernen dort“, so Ossner. In Banasthali gebe es nicht nur eine eigene Reiter- und Flugstaffel. Auch alle möglichen Sportarten stünden den indischen Mädchen offen. Banasthali basiere auf einer werteorientierten Ausbildung mit stark musischer Ausprägung. „Hier streben wir in der Hochschulpartnerschaft auch eine inhaltliche Zusammenarbeit an“, sagt Ossner. Bei zwei so völlig verschiedenen Kulturen gelte es natürlich Hindernisse zu überwinden. Die Lehrerausbildung in Indien umfasse eine viersemestrige seminaristische Ausbildung. Im Wesentlichen werde dort der Frontalunterricht praktiziert. „Da können die Inder von einer Partnerschaft mit der PH Weingarten sicher profitieren, während wir umgekehrt von einer Institution etwas lernen können, die sich an Werten orientiert“, so der PH-Rektor. Studierende und Dozenten der Pädagogischen Hochschule würden künftig einen intensiven Austausch mit der indischen Partneruniversität in Banasthali pflegen, so Ossner. Auch das Goethe-Institut in Neu Delhi ist bei der neuen Hochschulpartnerschaft mit im Boot. Der jetzt anstehende Gegenbesuch einer indischen Delegation im Mai sei ein weiterer Schritt in eine gute und effektive Partnerschaft. „Ich selbst war zum ersten Mal, aber ganz sicher nicht zum letzten Mal in Indien“, ist sich Rektor Ossner sicher.

Pressemitteilung vom 24.03.2007

 
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