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Professor Dr. Bernd Rüthers ist Ehrensenator der PH

Zum neuen Hochschulratsvorsitzenden wurde Dr. Manfred Stauffacher gewählt

Weingarten
– Professor Dr. Dres. hc. Bernd Rüthers ist neuer Ehrensenator der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH). Der Senat habe sich einstimmig für die Ehrung des langjährigen Vorsitzenden des Hochschulrates entschieden, berichtete PH-Rektor Professor Dr. Jakob Ossner, als er die Ernennungsurkunde in einer Feierstunde an den früheren Rektor der Universität Konstanz übergab. „Die PH ist Rüthers zu außerordentlichem Dank verpflichtet“, betonte Ossner. Er habe sich in den vergangenen Jahren nicht nur als Mitglied des Hochschulrats sehr für die Pädagogische Hochschule engagiert und sich auch immer kritisch mit der Hochschulpolitik Baden-Württemberg auseinandergesetzt. Rüthers ist nach dem früheren PH-Rektor Professor Dr. Rudolf Meissner die zweite Persönlichkeit, der die Würde eines Ehrensenators verliehen wurde.

Zugleich wurde Rüthers auf eigenen Wunsch aus dem Hochschulrat der PH verabschiedet, dessen Vorsitzender er seit 2000 war. Mit ihm scheiden seine Stellvertreterin Professor Dr. Marieluise Kliegel, Professor Dr. Norbert Feinäugle, Professor Dr. Dietmut Kucharz, Dr. Heinz Muckenfuß und der Studierendenvertreter Markus Löhr aus dem Aufsichtsgremium der Hochschule aus. Zum neuen Vorsitzenden des Hochschulrats wurde Dr. Mathias Stauffacher gewählt. Er ist Generalsekretär der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten. „Die Wahl bedeutet für mich ein besonderes Privileg und eine große Chance“, sagte Stauffacher. Eine grenzüberschreitende Hochschulpolitik sei für ihn zentrales Anliegen. Als „Interessenvertreter einer innovativen PH“ und in enger Zusammenarbeit mit dem Rektorat werde er sich für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Weingartener Hochschule einsetzen. Die Einrichtung des Hochschulrats im Jahr 2000 als ehrenamtliche Aufsicht der Hochschule sei ein richtiger Schritt in größere Autonomie gewesen, meinte Rektor Ossner. Auch Professor Rüthers habe sich immer wieder zu den PHs als eigenständige Institutionen bekannt. Nach dem neuen Hochschulgesetz gehören dem höchsten Gremium der PH jetzt sieben Mitglieder an – vier externe und drei interne.

Rüthers, der im schweizerischen Kanton Thurgau lebt und als international bedeutender Rechtsphilosoph und Arbeitsrechtler gilt, verabschiedete sich mit einem Festvortrag zum Thema „Der Widerstand der Namenlosen“. Sein Vortrag sei auch „pädagogisch angehaucht“, betonte der profilierte Kenner der Widerstandsbewegung während der Zeit des Nationalsozialismus. Intoleranz, Fanatismus, aber auch Ignoranz und Gleichgültigkeit gefährdeten die Demokratie. Der Mut, nein zu sagen, werde über die Erziehung – auch Seitens einer Einrichtung wie der PH – vermittelt. Rüthers berichtete von Hans Georg Calmeyer, der 1941 vom Reichskommissariat in den besetzten niederländischen Gebieten mit der Umsetzung der Judenverordnungen betreut worden war. Calmeyer habe die Beweislastregelung mit einem verfahrensrechtlich geregelten Beschwerderecht eingeführt und dadurch in 3700 von 5700 Zweifelsfällen Juden das Leben gerettet. „Er spielte nach außen hin den Gesetzestreuen und wollte sachkundig betrogen werden“, so Rüthers. 1972 habe die Stadt Osnabrück Calmeyer posthum die Ehrenbürgerwürde verliehen. Es bleibe wichtig, die ganze deutsche Geschichte nahezubringen, appellierte Rüthers an die Lehre – die große helle genau so wie die dunklen Schatten in ihr. Rüthers: „Der Beruf des Lehrers ist einer der wichtigsten für die geistige, moralische und materielle Zukunft unserer Jugend.“

Pressemitteilung vom 27.10.2006

 
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