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„Da erfährt man richtig coole Sachen“ - erste Vorlesung der Kinderuni 2006/07

An der Pädagogischen Hochschule in Weingarten fand die erste Vorlesung der Kinderuni 2006/07statt.

Weingarten – Es ist kurz vor 15 Uhr. Vor und in dem naturwissenschaftlichen Zentrum der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) herrscht emsiges Treiben. Schlangen bilden sich vor den am Eingang aufgestellten Tischen. „Ich muss mich noch einschreiben und meinen Stempel für die erste Vorlesung abholen“, erklärt der achtjährige Markus mit vor Aufregung geröteten Wangen. Er ist das erste Mal bei der Kinderuni Ravensburg-Weingarten mit dabei, seine zehnjährige Schwester Britta gleichfalls. „Alles halb so schlimm“, verspricht der zwölfjährige Tim. „Das ging beim letzten Mal immer ganz schnell.“ Er ist das schon das zweite Studienjahr an der Kinderuni mit dabei und restlos begeistert. „Da erfährt man richtig coole Sachen, über die in der Schule nicht gesprochen wird.“

Der riesige PH-Hörsaal füllt sich schnell. Die Vorlesungen der Kinderuni sind auch im zweiten Studienjahr ausgebucht. Rund 250 Kinder haben sich eingeschrieben. „Ihr seid gut, denn ihr geht neugierig durchs Leben“, begrüßt PH-Prorektor Professor Dr. Martin Oswald die Studienjunioren zur ersten Vorlesung. Er erzählt, dass die Kinderuni auch im Studienjahr 2006/07 von den drei regionalen Hochschulen – der Pädagogischen Hochschule Weingarten, der Berufsakademie Ravensburg und der Hochschule Ravensburg-Weingarten – gemeinsam veranstaltet wird und die Vorlesungsorte daher wechseln. „Das ist ja das Tolle“, wispert Melanie. „Ich bin schon gespannt, wo es mir am besten gefällt.“ Die Kinderuni Ravensburg-Weingarten ist offen für alle Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Die Teilnahme kostet nichts, lediglich für den Studienausweis muss eine Gebühr von einem Euro bezahlt werden. Für die Teilnahme an den jeweiligen Vorlesungen gibt es Stempel. „Da muss man schon regelmäßig gehen, sonst fällt es auf“, erkennt der zehnjährige Peter ganz richtig und tröstet sich selbst: „Ist ja auch schöner als Schule.“

Das Stimmengewirr ebbt ab. Professor Dr. Diethelm Wahl hat das Podium betreten. Er ist Professor für Psychologie an der PH Weingarten und möchte den jungen Vorlesungsteilnehmern erklären, wie Wut in den Bauch, Liebe ins Herz und Angst in die Hose kommt. „Bitte leise, wir sind hier an einer Universität und nicht im Kindergarten“, mahnt er. Die Studienjunioren folgen seinen Ausführungen mit Begeisterung. Jeder von ihnen kennt das Wutgefühl, wenn sich jemand vordrängt, oder auch das „Kribbeln im Bauch“, wenn Klassenarbeiten anstehen. Sie erfahren, dass ein Anstieg der Herzschläge pro Minute dafür verantwortlich ist und dass das Gehirn, bestehend aus Stamm-, Mittel- und Großhirn, die Gefühle auslöst. Staunend hören sie, dass bereits im Alter von zwei Jahren sehr viele Vernetzungen im menschlichen Gehirn existieren, dass Gefühle von der jeweiligen Lebenssituation abhängen und auch in der Körperhaltung, Mimik und Gestik erkennbar sind. „Stimmt, ich sehe immer an Mamas lachenden Augen, wenn sie sich freut“, ruft Susanne in den Raum. „Aber auch, wenn sie sich ärgert“, fügt sie etwas leiser hinzu. Ihre Banknachbarn lachen. Die Studienjunioren sind mit Feuereifer dabei. Immer wieder gehen die Hände in die Höhe – mal um sich zu melden, mal um mit roten, gelben oder grünen Punkten abzustimmen. Mutig signalisieren einige Kinder mit „Grün“, dass sie keine Angst davor hätten, bei der Kinderuni alleine vorne zu stehen. „Auweia!“ zuckt Martin zusammen, als Professor Wahl ein Mädchen tatsächlich nach vorne ans Mikrofon holt und an einen Lügendetektor anschließt. „Du warst ehrlich“, bescheinigt er Lea, die tapfer mitmacht und Fragen beantwortet.

Zum Ende der Vorlesung hat Professor Wahl auch noch ein paar Tipps für seine jungen Studenten parat, wie sie mit Gefühlen umgehen können. „Legt die rechte Hand auf den Bauch, macht die Augen zu und atmet tief durch“, empfiehlt er bei Angst, Aufregung, Wut oder Enttäuschung. „Auch wenn ihr euch dabei leise selbst zuredet, hilft das.“ Dann ist die spannende Vorlesung vorbei. „Komisch, Schulstunden kommen mir immer länger vor“, wundern sich einige Studienjunioren und: „Ich freue mich schon auf das nächste Mal.“

 

Pressemitteilung vom 14.10.2006

 
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