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Zweitägiger Workshop zu dem Thema „Die Qualität der Lehramtsausbildung im Bologna-Prozess“

„Wir sind bei der Lehramtsausbildung auf einem guten Weg“
Gespräch mit dem Rektor der PH Weingarten, Professor Dr. Jakob Ossner

Weingarten – Die meisten Bundesländer warten bereits mit einer gestuften Lehramtsausbildung im Rahmen des Bologna-Prozesses auf. Baden-Württemberg nähert sich diesem Ziel in der neuen Legislaturperiode. Nach der Koalitionsvereinbarung steht die gestufte Lehramtsausbildung für die Gymnasiallehrer auf der Agenda. Für die übrige Lehramtsausbildung wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Anfang Oktober fand in der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) ein zweitägiger Workshop zu dem Thema „Die Qualität der Lehramtsausbildung im Bologna-Prozess“ statt. PH und Evaluationsagentur Baden-Württemberg wollten im Gespräch mit Experten und Interessierten einen Beitrag liefern, wie eine gestufte Lehramtsausbildung auf hohem Qualitätsniveau gewährleistet werden kann. In einem Interview erläutert PH-Rektor Professor Dr. Jakob Ossner, was es mit dem Workshop auf sich hatte und welche Ergebnisse erzielt wurden.

Frage: Herr Professor Ossner, wer nahm an dem Workshop letztendlich teil?

Antwort: Alle Eingeladenen haben auch teilgenommen: Vertreter der beiden Ministerien, der Pädagogischen Hochschulen, der Fachhochschulen und Universitäten ebenso wie der Studienseminare und Schulen und natürlich alle an dem Thema Interessierten.

Frage: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Bologna-Prozess“? Welche Auswirkungen hat der Prozess auf die Lehramtsausbildung in Baden-Württemberg?

Antwort: Mit dem Bologna-Prozess meint man eine europaweit einheitliche Studienstruktur, die sich auszeichnet durch Stufung und Modularisierung. Stufung meint, dass das Studium gegliedert ist in ein Bachelor- und ein Master-Studium. Dabei hat jeder Studienabschnitt seinen eignen Abschluss. Für die Lehramtsausbildung muss man gegenwärtig überlegen, was hier ein Bachelor-Abschluss sein könnte und wohin ein Master-Studium führt. Dabei müssen die Beschlüsse der Kultusminister von Quedlinburg im Jahre 2005 berücksichtigt werden. Darin steht zum Beispiel, dass Lehramtsstudien auf Bachelor- und Master-Studiengänge umgestellt werden können, dass aber die Studienzeit nicht verlängert werden darf. Eine Reihe von Bundesländern hat bereits umgestellt, nach der Landtagswahl muss jetzt Baden-Württemberg seinen Weg finden.

Frage: Welche Formen oder Modelle einer gestuften Lehramtsausbildung sind in Baden-Württemberg denkbar?

Antwort: Man sollte davon ausgehen, dass alle Lehrämter mit einem Mastergrad abschließen. Alles andere würde eine Abqualifizierung der Lehrämter bedeuten. Die Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen hat ein Positionspapier vorgelegt, das Modelle und Wege dahin aufzeigt. Im Grundsatz besagt das Papier, dass es ein breit angelegtes Bachelor-Studium geben soll, das nicht nur für das Lehramt, sondern auch für andere Bereiche im Bildungssektor qualifiziert. Im Master-Abschnitt soll dann ein schulartspezifisches Studium folgen. Zwischen den beiden Teilen stellen wir uns ein Praxissemester vor, das vor allem die Eignung für den Lehrberuf feststellt.

Frage: Wie wichtig sind dabei Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Bildungseinrichtungen/Hochschulen oder auch mit der Wirtschaft?

Antwort: Wenn man diesen Weg geht, dann muss man insbesondere über die Kooperation von Pädagogischen Hochschulen und Studienseminaren nachdenken. Manche Studiengänge werden aber auch in Kooperation verschiedener Hochschulen angeboten werden. So beginnen in diesem Wintersemester die Hochschule Ravensburg-Weingarten und die Pädagogische Hochschule Weingarten einen neuen Studiengang für das berufliche Schulwesen. Wir stellen uns ähnliche Kooperationen mit Universitäten auch bei der Gymnasiallehrerausbildung vor. Die Wirtschaft sollte in die Lehramtsausbildung eingebunden werden, indem Betriebspraktika angeboten werden. Hier sind wir an der Pädagogischen Hochschule auf einem sehr guten Weg zusammen mit der IHK Bodensee-Oberschwaben.

Frage: Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der baden-württembergischen Lehramtsausbildung aus?

Antwort: Wenn sie so aussieht, wie es das Positionspapier der Rektoren der Pädagogischen Hochschulen vorsieht, dann sind wir auf einem sehr guten Weg, auf dem vor allem auch eine Qualitätsverbesserung möglich ist.

Frage: Wie gut ist die Pädagogische Hochschule Weingarten für die neuen Herausforderungen gerüstet?

Antwort: Der Umstand, dass die Pädagogische Hochschule Weingarten diesen Workshop ausgerichtet und inhaltlich gestaltet hat, zeigt, dass wir in diesem Feld gut aufgestellt sind. Insbesondere zeigt der Modellversuch „Schulpraxisjahr Biberach“, den wir gemeinsam mit dem Studienseminar Laupheim und zwei Biberacher Schulen durchführen, in die richtige Richtung. Das, was wir in Biberach im Grund- und Hauptschulbereich vor zwei Jahren begonnen haben, setzten wir nun in der Realschule mit dem Studienseminar Reutlingen sowie den Realschulen Weingarten und Ehingen fort.

 

Pressemitteilung vom 14.10.2006

 
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