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Pressemitteilung vom 24.08.2006

Mit dem Programm LARS werden neue Lehr- und Lernformen an den Fachhochschulen erschlossen

Wissenschaftstaatssekretär Dr. Birk: Entwicklung wertvoller Im-pulse auch für andere Fachbereiche

„Praxisorientierung auf wissenschaftlichem Fundament zeichnet die Fachhochschu-len in Baden-Württemberg seit jeher aus. Hochschullehre als angeleitete Praxiserfah-rung ist – über die bewährten Praktischen Studiensemester hinaus – ein Feld, das zurecht zunehmend im Zentrum innovativer Projekte steht. Das Wissenschaftsminis-terium unterstützt interessante Konzepte in diesem Bereich mit dem Programm ‚Leis-tungsanreizsysteme in der Lehre’, kurz LARS.“ Dies erklärte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dietrich Birk am 24. August in Stuttgart. Begrüßenswert sei, dass sich das Beispiel von einzelnen Lehrenden, die dank LARS neue Lehr- und Lernformen erschließen konnten, auch auf andere Fach-bereiche und Fakultäten übertragen lasse.

Neueste Ergebnisse der Lern- und Hirnforschung haben gezeigt, dass Studierende nicht nur für die Praxis, sondern vor allem auch durch Praxiserfahrung besonders effizient lernen. Seit 1991 hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst insgesamt über 2000 innovative Projekte in der Lehre unterstützt, bei denen die praxisorientierte Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden eine bedeuten-de Rolle einnimmt. LARS ist ein mit einem Jahresvolumen von etwa 500.000 Euro ausgestattetes Programm, das sich als „Motor innovativer Lehre bewährt hat“ (Birk) und bundesweit als vorbildliche Initiative zur permanenten Optimierung der Lehre an Hochschulen gilt.

Drei jüngere, durch LARS geförderte Projekte illustrieren den Perspektivenwechsel vom theoretischen Lernen zum praktischen Handeln:

Studierende der Hochschule für Technik Stuttgart (Leitung: Prof. Dr. Ursula Eicker) erweitern durch eigene Recherchen ihr Fachwissen aus dem Bereich der Solartech-nik, um Seminarvorträge und Workshops für Studierende an der Universität Lleida in Spanien vorzubereiten und durchzuführen. Anschließend reisen sie gemeinsam mit den durch sie ausgebildeten spanischen Multiplikatoren nach Lateinamerika, um dort solartechnische Anlagen aufzubauen und den Anwendern durch Schulungsveranstal-tungen vor Ort das notwendige Wissen zu vermitteln.

Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit der Hochschule für Sozialwesen Ess-lingen entwickeln elektronisch gestützte Lehrmaterialien zum Thema „Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft“ (Leitung: Prof. Dr. Hildegard Simon-Hohm). Der Wandel im Berufsbild „Soziale Arbeit“ verlangt zunehmend sowohl interkulturelle Kompetenz als auch die Fähigkeit zu planerischen, koordinierenden, vermittelnden und auswertenden Tätigkeiten. Das Projekt verbindet somit Wissenserwerb mit der Fähigkeit zu strukturierter, didaktisch aufbereiteter Wissensvermittlung in vorbildlicher Weise.

Der Erwerb von Fach-, Sozial-, personaler und Methodenkompetenz ist idealerweise integraler Bestandteil des Lehr- und Lernprozesses. Wie fachliche und überfachliche Qualifizierung im Curriculum integriert und diesem Ideal angenähert werden können, ist in der Lehrpraxis jedoch keineswegs selbstverständlich. Im Projekt „Integration von Schlüsselqualifikationen in den technischen Fachbereichen“ der Hochschule Heilbronn (Leitung: Prof. Dr. Nicola Marsden) werden mit Professorinnen und Profes-soren ingenieurwissenschaftlicher Fachbereiche klassische Trainingsbausteine zu diesem Thema im Rahmen einer „Lernbühne“ erprobt. Analog zur Prozessberatung in der Organisations- und Personalentwicklung erfahren die Lehrenden Formen und Wege einer Prozessbegleitung und erhalten so wertvolle Impulse zur integrativen Vermittlung von Handlungskompetenz in der eigenen Lehre.


 

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